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 Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz

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Cophila
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BeitragThema: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Di Nov 11, 2008 5:09 pm

Die erste deutsche Briefmarke

Es gibt wohl kaum einen altdeutschen Staat, der so zahlreiche Fachliteratur aufweisen kann, wie es bei Bayern der Fall ist.

Eine Monographie, besonders aber eine solche über eine einzige bzw. die erste Marke eines Landes, hat jedoch ihren Ausgang schon von der Zeit an zu nehmen, wo das Postwertzeichen als solches noch nicht bestand, aber bereits postalische Einrichtungen vorhanden waren. Hinsichtlich des Gebietes im heutigen Deutschland lassen sich solche nun bis in das zwölfte Jahrhundert zurückführen und als erster Staat ist es gerade Bayern, welcher 1552 mit der ersten Botenordnung auftrat. Die große Ausbreitung der Thurn und Taxis'schen Post aber erstreckte sich auch auf Bayern und war, mit einer Unterbrechung von 1690 bis 1698, bis zum 1. März 1808 in Wirksamkeit; von diesem Zeitpunkt an wurde die Post in königliche Verwaltung übernommen, die es an deren Ausgestaltung nicht fehlen ließ und für die ab 6. April 1850 im "Deutsch-Österreichischen Postverein" zusammengeschlossenen Staaten sogar bahnbrechend wirkte, denn sie führte mit 1. November 1849 auf ihrem Begiet die Briefmarke ein.

Was nun die


Einführung von Postwertzeichen in Bayern

anbelangt, so lassen sich darüber folgende Belege beibringen:

Königliche Allerhöchste Verordnung.

Den Briefposttarif betreffend (Auszug).


Maximilian II. von Gottes Gnaden König von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein Herzog von Bayern, Franken und Schwaben etc. etc.

Wir finden Uns bewogen, in Bezug auf das Posttaxwesen zunächst wegen des Briefposttarifs zu verfügen was folgt:

1.

Für Briefe, welche sich im Innern von Bayern bewegen, hat die einfache Taxe nur mehr zu betragen:

1) bei einer Entfernung von 12 Meilen drei Kreuzer.

b) bei einer Entfernung über 12 Meilen sechs Kreuzer.

II.

Als Maximalgewicht des einfachen Briefes ist ein Loth Zollgewicht bestimmt.

Für schwerere Briefe bis zum Gewichte von vier Loth Zollgewicht ist der doppelte Portosatz zu erheben.

Zahlbare Briefe und Schriftenpakete über vier Loth sind als Fahrpostsendungen zu behandeln.

III.

Die ermäßigte neue Brieftaxe ist auch dem bestehenden Fahrposttarife als unveränderliche Grundtaxe einfach einzurechnen und hierbei als das Minimum der Frachttaxe das doppelte Briefporto anzunehmen.

IV.

Im Lokalbestellungsbezirke hat für Briefe und für Briefporto geeignete Gegenstände, welche sogleich bei der Aufgabe frankiert werden, eine ermäßigte Taxe von einem Kreuzer mit der im Art. II festgesetzten Progression in Anwendung zu kommen.

Unfrankierte Briefe sind für die erste Rayontaxe zu bestellen.

V.

Drucksachen unter Kreuzband, insofern sie außer der Adresse nichts Geschriebenes enthalten und sogleich bei der Aufgabe frankiert werden, zahlen außer dem Lokalbestellungsbezirke in ganz Bayern die gleichförmige Taxe von einem Kreuzer für jedes Loth Zollgewicht, ohne Unterschied der Entfernung.

Für unfrankierte derlei Sendungen sind aber die gewöhnlichen Brieftaxen anzuwenden.

VI.

Für Briefe mit Warenmustern findet keine besondere Portoermäßigung ferner statt, dieselben unterliegen nach Maßgabe ihres Gewichtes der Briefportotaxe.

VII.

Von der Postverwaltung hat der Verkauf gestempelter Marken im Preise von 1, 3 und 6 Kreuzern zu geschehen, deren Befestigung auf den Briefen die Frankierung nach Maßgabe des Tarifs bewirkt.

Über das hierbei zu beachtende Verfahren erfolgen besondere Bestimmungen.

VIII.

Die neuen Brieftaxen finden auf die Pfalz gleichmäßige Anwendung, wo nach

a) für die im Innern dieses Kreises sich bewegende Korrespondenz der gleichmäßige Portoansatz von drei Kreuzern,

b) für die Korrespondenz zwischen der Pfalz und den diesseitigen Kreisen der gleichmäßige Portosatz von sechs Kreuzern vom einfachen Briefe künftig zu gelten hat.

IX.

Bezüglich der internen Brieftaxen für die aus Bayern nach anderen Postgebieten abgehenden und für die aus letzteren nach Bayern einlangende Korrespondenz bleiben vorläufig die dermaligen Taxbestimmungen nach Maßgabe bestehender Vertragsverhältnisse in Anwendung, bis in solcher Richtung ebenmäßige Taxmoderationen nach dem Verhältnisse der Reziprozität bewirkt werden können.

X.

Vorstehende Bestimmungen haben mit dem 1. Juli d. J. in Wirkung zu treten, ausnahmlich in der Art. VII erwähnten Einrichtung, deren Anfangstermin, wegen der hiezu noch erforderlichen Vorbereitungen, später beknnt gegeben wird.

Unser Staatsministerium des Handels und der öffentlichen Arbeiten ist mit dem Vollzuge gegenwärtiger Verordnung beauftragt, welche durch das Regierungsblatt zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden soll.

München, den 5. Juni 1849.

(Gez.): Max

(Gegengez.): v. d. Pfordten.


Gemäß Artikel VII der vorstehenden Verordnung mußte die Ausgabe eigentlicher Postwertzeichen der Gestaltung der technischen Möglichkeiten überlassen bleiben, doch ließ auch dieser Zeitpunkt nicht übermäßig lang auf sich warten, denn das Verordnungsblatt Nr. 39 brachte folgende mit dem 23. Oktober 1849 datierte Verordnung:

Nr. 14 540.

Die Einführung von Franko-Marken auf den Bayerischen Briefposten betreffend.


Im Namen Sr. Majestät des Königs von Bayern.

Im Vollzuge der K. Allerhöchsten Verordnung vom 3. Juni d. J., "den Briefposttarif betreffend", wird in Ansehung der dadurch angeordneten Einführung von Franko-Marken auf den bayerischen Briefposten hierdurch für sämtliche Postanstalten des Königreichs nachstehende Anweisung erlassen:


(Fortsetzung >)

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Di Nov 11, 2008 5:16 pm



- Abdruck -

("1849, 1 Kr. schwarz, Platte 1, Kabinettstück mit vorbildlichem Halbkreisstempel "BAYREUTH, IX, 24.5." auf vollständiger Drucksache-Vertreterankündigung nach Hollfeld, portogerecht und eindrucksvoll als Ganzstück, obwohl der Beleg selbst übliche Gebrauchs- bzw. Altersspuren zeigt. Ein ideales Liebhaberlos, Fotoattest Sem BPP, so laut Schlegel. Verkauft auf der 2. Auktion mit € 1.400,-)"

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Zuletzt von Cophila am Fr Nov 05, 2010 10:32 am bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Di Nov 11, 2008 6:00 pm

Frankierung der Briefe

§ 1.

Vom 1. November d. J. anfangend kann die Frankierung von Briefpostsendungen im inneren Verkehr von Bayern ausschließlich nur mittels gestempelter Marken bewirkt werden, zu deren Verkauf die Postverwaltung nach Art. VII der vorallegierten K. allerhöchsten Verordnung ermächtigt ist und hat dagegen für diese Korrespondenz die bisher vorgeschriebene Verzeichnung der Taxe auf der Siegelseite des Briefes etc. zu unterbleiben.

Für alle außerhalb Bayern zu versendenen Briefe etc., sowie für die nach ihrem Gewichte (über vier Loth Zollvereinsgewicht) oder Inhalt zur Briefpost nicht geeigneten Sendungen hat die Frankatur mittels Marken keine Gültigkeit, und ist für den Fall, daß eine solche gleichwohl vorkommen sollte, die Frankatur als nicht geschehen zu betrachten und der Brief oder die Sendung als unfrankiert abzufertigen.

§ 2.

Die zur Frankierung bestimmten Marken tragen die Zeichen der nach dem neuen Brieftarife für den inneren Verkehr in Bayern geltenden, einfachen Tarifsätze:

zu einem Kreuzer in schwarzer,
zu drei Kreuzern in blauer,
zu sechs Kreuzern in braun-roter Farbe

und führt zur Kennzeichnung ihrer Echtheit von den beiden letzteren Gattungen jede Marke einen von oben nach unten laufenden roten Seidenfaden in sich.

§ 3.

Diese Marken sollen in der Regel von dem Absender selbst auf der Adreßseite des Briefes in der oberen Ecke links befestigt und die auf solche Weise frankierten Briefe sodann zur Erleichterung des Dienstes gleich den unfrankierten in die Briefkästen abgelegt werden.

Werden gleichwohl in Bayern verbleibende Briefe am Schalter zur Frankierung übergeben, so liegt die Befestigung der Marke auf dem Briefe dem Expeditor ob. Bei größeren Ämtern, wo neben dem Schalter Briefkästen angebracht sind, und die Anklebung der einzelnen Marken für den übernehmenden Beamten mit zu großem Aufenthalte verbunden wäre, ist übrigens gestattet, dem Aufgeber den Brief samt der Marke gegen Einhebung des dafür treffenden Betrages mit dem Ersuchen wieder zu behändigen, die Marke selbst auf dem Briefe zu befestigen und diesen sodann lediglich in den Briefkasten zu leben.

Die zur Rekommodation bestimmten Briefe müssen ihrer Natur nach jedesmal am Schalter übergeben werden, jedoch ist bezüglich dieser, sofern sie in Bayern verbleiben, eine andere Frankierung als mittels Marken nicht zulässig.

§ 4.

Für Briefe und resp. Briefpostsendungen, welche mehr als ein Loth Zollgewicht schwer und sonach (ausschließlich der Druckschriften) mit dem doppelten Portosatze zu belegen sind, hat die Frankierung in der Regel mit zwei Marken der auf dieselben treffenden einfachen Taxe zu geschehen.

Jedoch steht auch nichts entgegen, bei mehr als ein Loth schweren Briefen, für welche die einfache Taxe nur 3 Kr. betragen würde, statt zweier Marken zu 3 Kr., eine solche zu 6 Kr. oder bei Druckschriften über zwei bis drei Loth statt dreier Marken zu 1 Kr. eine solche zu 3 Kr. in Anwendung zu bringen.

§ 5.

Beim Vollzuge dieser Einrichtung liegt den Beamten und Expeditoren nach ihren Dienstepflichten ob, zur Wahrung der Interessen des Aerars nicht bloß die von den Absendern vorgenommene Frankatur jedesmal gewissenhaft zu prüfen, sondern auch die dazu in Verwendung gebrachten Marken aufmerksam zu kontrollieren und vor allem darauf bedacht zu sein, daß bereits verwendete Marken nicht wiederholt in Verwendung gebracht werden können.

§ 6.

Zeigt sich bei Revision der Frankatur die von dem Absender dafür angewendete Marke unzulänglich, d. h. war z. B. von dem Absender entweder ein nach seinem Bestimmungsorte mit der Taxe von 6 Kr. zu belegender einfacher Brief nur mit einer Marke von 3 Kr. versehen, oder für einen nach seinem Gewichte doppelten, d. i. über ein Loth schweren Brief, nur die Marke für den einfachen Portosatz angewendet worden, so ist der noch fehlende Taxbetrag auf dem Briefe zu verzeichnen und bei der Absendung als Porto anzurechnen, das der Adressat bei der Empfangnahme zu berichtigen hat.

§7.

Damit bereis verwendete Marken nicht zum zweiten Male benutzt werden können, müssen dieselben vor der Abfertigung unbrauchbar resp. als bereits gebraucht erkennbar gemacht werden. Dies hat einfach dadurch zu geschehen, daß beim Stempeln der Briefe die darauf befindlichen Marken mit dem Ortsstempel so überdeckt werden, daß deren stattgefundene Verwendung jederzeit wieder ersichtlich ist.

Damit jedoch dadurch die Deutlichkeit des Stempelabdruckes selbst nicht leide, ist derselbe jedesmal so auf dem Briefe anzubringen, daß dadurch nicht mehr als die Hälfte oder nur auch ein Viertel der Marke überdeckt wird. Außerdem ist aus demselben Grunde notwendig, daß zum Stempeln der Briefe keine andere als schwarze Farbe, gewöhnliche Druckerschwärze, verwendet werden und sind daher bei jenen Ämtern und Expditionen, wo zur Zeit zum Stempeln der Briefe andere Farben gebraucht werden, diese mit dem 1. November d. J. außer Verwendung zu setzen.

§ 8.

Im Vollzuge vorstehender Anordnung haben sich die Postanstalten beim Aussuchen der ankommenden Briefpakete gegenseitig aufmerksam zu kontrollireen und bei jenen Briefen, auf welchen die Marken gleichwohl aus Versehen durch den Ortsstempel nicht unbrauchbar gemacht wären, diese mittelst eines starken Federstriches durch die Marken nachträglich zu bewirken.

Sollte dessen ungeachtet der Versuch gemacht werden, bereits gebrauchte Marken zu verwenden, so sind derlei Briefe als unfrankiert zu behandeln und die hienach darauf aufzurechnenden Taxen auf den Briefen selbst durch die Vermerkung "wegen gebrauchter Marken" zu rechtfertigen.

§ 9.

Wie über die Verwendung verbrauchter, so haben auch die Postanstalten über die Verwendung unechter Marken strengstens zu wachen und dabei nicht bloß auf die im § 2 angegebene besondere Kennezeichnung, sondern auch auf Prägung und Farbe der Marke selbst genauest zu achten. Würde der Fall eintreten, daß hienach eine auf einem Briefe in Verwendung gebrachte Marke im Vergleich mit den bei den Postanstalten vorliegenden als unechte anerkannt werden müßte, so hat die Expedition, welche diese Wahrnehmung macht, den betreffenden Brief sofort samt der Marke an das vorgesetzte Bezirksamt zur weiteren Untersuchung einzusenden.


(Fortsetzung >)

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Di Nov 11, 2008 6:12 pm



Die Bayern 1 in nobler Gesellschaft (Preisangaben in RM).

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Mi Nov 12, 2008 10:05 pm

II. Verkauf der Marken.

§ 10.

Der Verkauf der Marken kommt ausschließlich den Postanstalten zu.

Diesselben haben in ihrem Orte darüber zu wachen, daß diese Bestimmung aufrecht erhalten wird, ihnen zur Kenntnis kommende Contraventionen sind zur Kenntnis des vorgesetzten Bezirksamts zu bringen, welches das Weitere veranlaßt.

§ 12.

Der erforderliche Vorrath zum Verbrauch wird den Postanstalten durch die Ober-Postamts-Casse ihres Bezirks übersandt gegen Lieferschein. Die Bogen enthalten je 180 Stück Marken. Theile der Bogen werden von der Hauptcasse nicht abgegeben. Als Minimum des Vorrathes ist der Bedarf für den Zeitraum von 14 Tagen anzunehmen.

III. Verrechnung

§ 14 - 16.

München, den 23. Oktober 1849.

General-Verwaltung der königlichen Posten und Eisenbahnen.

Gez. v. Goeb.

Ggz. Mogg.


Die hier nicht aufgenommenen Paragraphen enthalten nichts, was philatelistisch interesseiren könnte, weshalb ihre Veröffentlichung hier unterbleibt.

Über ihren Gültigkeitsbereich berichtet uns folgender Erlaß:


Nr. 17258.

Die Anwendung von Franko-Marken betreffend.

Im Namen Sr. Majestät des Königs von Bayern.

Durch § 1 der Verordnung vom 23. Oktober 1849: die Einführung der Franko-Marken betr. (Verordnungsblatt XXXIX S. 183), ist bereits ausgesprochen, daß die Frankatur mittelst Marken für die "Außerhalb Bayern" zu versendenden Briefe etc. keine Gültikgiet hat, und falls eine solche gleichwohl vorkommen sollte, die Frankatur als nicht geschehen zu betrachten, und der Brief oder die Sendung als unfrankiert abzufertigen, i. e. mit der nach dem bezüglichen Auslande treffenden Portotaxe zu belegen ist.

Die unterfertigte Stelle ist veranlaßt, die Bestimmung hier durch speziell in Erinnerung zu bringen, und gewärtigt deren prünktlichste Beachtung nunmehr um so zuversichtlicher, als außerdem zur Vermiedung der durch die Außenachtlassung obiger Vorschriften sich ergebenden Differenzen in den Abrechnungen mit den Auswärtigen Postanstalten zur Strafeinschreitung erübrigen würde.

München, den 12. Dezember 1849.

General-Verwaltung der Königlichen Posten und Eisenbahnen.

Gez. v. Goeb.

Tauber


Erst durch Bayerns Beitritt zu dem am 6. April 1850 gegründeten "Deutsch-Österreichischen Postverein" fanden die Marken auch eine Verwendungsmöglichkeit über die Landesgrenzen hinaus, was aber für den Wert zu 1 Kreuzer wohl weniger von Bedeutung war.

Was die

Verwendungsmöglichkeit

der 1 Kreuzer-Marke anbelangt, so bestimmte Artikel IV und V der Verordnung vom 23. Oktober 1849, daß dieselbe für Drucksachen unter Kreuzband für je ein Loth Zollgewicht ohne Rücksicht auf die Entfernung und für Briefe und für Briefpost geeignete Gegenstände im Lokal- und dem dazugehörigen Landbestellbezirke zu gelten haben.

Aus der Wiedergabe dieser amtlichen Erlässe gehen wohl die Bestimmungen über Einführung, Gültigkeitsbereich, Verwendungsmöglichkeit und dergleichen mehr hervor, philatelistisch aber muss man diverse Angaben vermissen. Dies hat seine Ursache in dem Umstand, daß mancherlei bezügliche Akten nicht mehr vorhanden sind und daher die weiteren Feststellungen nur auf halbamtliche Bericht aufgebaut werden können.

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Fr Nov 14, 2008 10:25 pm

Die Marken selbst

Die 1 Kreuzer schwarz, läßt sich dokumentarisch hinsichtlich ihrer näheren Einzelheiten nur in wenigen Dingen belegen, ihr Werdegang wird uns hauptsächlich durch die Forschungen des Freiherrn C. von Gumppenberg offenbart. Diesem war es infolge seiner amtlichen Eigenschaft möglich, Einsicht in die amtlichen Akten zu nehmen und es muß diesem Staatsmann besonders hoch angerechnet werden, daß er die Ergebnisse seiner Untersuchungen auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht hat, in dem er 1880 "Notizen über die erste Emission Bayern" in der "Weltpost" zur Veröffentlichung brachte.

Wir glauben den Bedingungen einer Monographie nicht besser entsprechen zu können als dadurch, daß wir Eignschaft um Eigenschaft des zu behandelnden Objektes unter Zugrundelegung seines naturgemäßen Entwicklungsganges bis zu seiner Vollendung und aller sich daran anschließenden Momente gesondert zur Besprechung bringen. Entsprechend dem folgerichtigen Aufbau einer Marke beginnen wir den


Essais.

Aus v. Gumppenbergs Veröffentlichungen erfahren wir, daß der Graveuer der bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, Peter Haseney, auf Veranlassung des Königlichen Bayerischen Staatsministeriums des Handels und der öffentlichen Arbeiten Zeichnungen und Kosten voranschlag der in Aussicht genommenen Briefmarken ausarbeitete; da die Postreform schon im Januar 1849 beschlossen wurde, erfolgte die Vorlage dieses Materials bereits am 22. Februar des gleichen Jahres mit der Anordnung, daß mit der Herstellung des Wertes zu 1 Kreuzer raschest zu beginnen ist. Die ersten Entwürfe, welche sich den Wert zu 3 Kreuzer zur Grundlage nahmen fanden jedoch begreiflicherweise wenig Anklang, doch bestehen davon Proben in zweifarbiger Lithographie auf weißem Papier in hellblau-dunkelblau, gelb-dunkelbau, rosa-ziegelrot, rosa-fleischrot, weinrot-rosa, hellbraun-rot, braun-weinrot, hellbraun-braun, grün-braun, hellgün-dunkelgrün, grün-rotbraun, blau-rotbraun, hellgelb-dunkelgelb, rosa-orange und hellblau-graubraun. Erst sein zweiter Entwurf gefiel, von welchem ebenfalls Druckproben angefertigt wurden und zwar von der 1 Kreuzer in hellbau, rosa, braunrot, violettbraun und schwarz, zu denen weißen Glanzpapier verwendet wurde.

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Sa Nov 15, 2008 9:49 am



Fig. 20: II solcher Essay in zweifarbigem Druck auf weiss.

Fig. 23: Ein Satz von 6 Stück in gleicher Ausführung.

In gleichen Typus der beiden Fig. 22 und 23 sechs Stück ganze Couverts, worauf in der oberen linken Ecke Fig. 23 und rechts Fig. 22 angebracht ist. In der Mitte des Couverts auf der vorderen Seite das Wort "Probe" in verzierter Schrift. Jedes Couvert ist in einer besonderen Farbe gedruckt.

Derselbe Typus. 6 Stück Couverts in 6 Farbenvarietäten auf schräggestreifem gelben Papier.

(Aus der Sammlung von Martin Schroeder, Leipzig).

* * *

Z e i c h n u n g

Wie schon unter Essais erwähnt, hatte der Graveuer Peter Haseney Entwürfe angefertigt, von denen der bekannte Wert der 1 Kreuzer zur Ausführung gelangte. Eine nähere Beschreibung erübrigt sich wohl, doch sei wegen der vorkommenden Fälschungen nur auf den Unterschied zu den gleichen Werten der Ausgabe 1850 und 1862 hingewiesen, wo die Wertziffer im Kreise steht.

P a p i e r

Auch hinsichtlich des zur Verwendung gelangenden Papiers verdanken wir C. von Gumppenberg die authentischen Angaben und ihnen nach scheint gerade diese Frage eine der schwierigsten gewesen zu sein.

Der Vertrauensmann der Postverwaltung, der bereits erwähnte Universitätsbuchdrucker Johann Weiß reichte unterm 12. März 1849 eine Eingabe ein, worin er 1. als Haupterfordernis einer Marke die Eigenschaft des sofort möglichen Erkennens als echt bezeichnet und da dies weder durch eine komplizierte Zeichnung oder bei einer aufgeklebten Marke durch das vorhandene Wasserzeichen zu erreichen sei, 2. die Benützung eines chemisch präparierten Papiers, welches mit Hilfe anderer chemischer Mittel sofort als echt festgestellt werden könne, für notwendig hielt. Die von ihm beigebrachte Papierprobe nahm bei Berührung mit verdünnter Salpetersäure blaue Farbe an, doch unterzog man seinen Vorschlag noch einer Prüfung durch den Zentralausschuß des polytechnischen Vereins; dieser war aber der gegenteiligen Ansicht und sah lediglich in einer möglichst schwer nachzumachenden Zeichnung und besonderer Herstellungsart den besten Schutz gegen Fälschung.

Indessen aber hatte man sich auch Papierproben aus Frankreich und Großbritannien kommen lassen, von welchen besonders letztere wegen des zur Verwendung gekommenen Seidenfadens gefielen. Auf diese fiel denn auch die Wahl. Allem Anschein nach aber war es der Papierfabrik in Pasing bei München, nicht möglich, gleichen Schritt mit den Wünschen der Postverwaltung zu halten und so wurde denn bis zur Lieferung des Seidenfadenpapiers solches ohne diesem für den Druck der 1 Kreuzer-Marke benützt. Als handgeschöpftes Papier weist es natürlich verschiedene Stärken auf, die zwischen 0,03 bis 0,11 nun schwanken; die weitere Eigentümlichkeit dieser Papierherstellung zeigt sich in verschiedenen Verdickungen und in selteneren Fällen auch in Form einer senkrechten Rippung. Auch Papierfalten werden angetroffen. Die Farbe des Papier hat einen schwach gelblichen Stich, der jecoh bei der im Sommer 1850 gedruckten Auflage nahezu nicht mehr angetroffen ist, wie auch die Stärke des Papiers eine geringere ist.

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Zuletzt von Cophila am Fr Nov 05, 2010 10:34 am bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Sa Nov 15, 2008 4:34 pm

P l a t t e n

Auf Grund der Haseney'schen Zeichnung und der Druckproben von Weiß wurde der Kupferstecher Max Josef Seitz mit dem Stich des Urstempels betraut, während der Schriftgießer Gustav Lorenz dann die weitere Herstellung der Platten übernahm.

Diese waren in Schriftmetall gegossen worden, welches sich infolge seiner Weichheit bald abnützte und die Anschaffung neuer bedingte, für die dann Messing verwendet wurde. Es soll dies nach den unter "Farbe" erwähnten 2000 Drucken der Fall gewesen sein und da die 1 Kreuzer grauschwarz durchwegs einen beschädigten linken Fußstrich der großen Ziffer 1 aufweist, so gewinnt die Anschauung von zwei vorhandenen Druckplatten viel an Wahrscheinlichkeit. Die erste Platte bestand aus zehn untereinander gesetzten Reihen von je 9 Klischees, die auf einer Eisenleiste angelötet waren und eine halbe Druckform bildeten; und zwei von diesen zusammengenommen ergaben dann immer eine Gesamtdruckplatte, bzw. einen Bogen. Die zweite Platte teilte sich in Blocks zu 9 untereinander liegenden Reihen mit je 5 Druckstöcken, wurde also von zweimal 45 Stück gebildet; die zweite halbe Druckform stand kopfstehend zur ersten.

Der Abstand zwischen den Plattenhälften betrug 13,5 mm. Zwischen die einzelenen Klischees, bzw. die erwähnten Leisten wurden Messinglinien gesetzt und auch der Gesamtdruckstock von solchen eingefaßt. Diese Linien besaßen Schrifthöhe, kamen daher auch beim Druck zum Vorschein und sind senkrecht in Stärke der Randlinie der Marken gehalten; während diese den Bogen durchlaufen, erfahren die waagrechten Zwischenlinien an den Kreuzungsstellen mit den senkrechten rechts wie links von diesen eine Unterbrechung und sind auch weit schwächer gehalten. Ob diese Einrichtung schon damals im Sinne unseres heutigen Begriffes von Schnittlinien erfolgte, muß dahingestellt gelassen werden. Der Zwischenraum zwischen den Marken betrug 2 Millimeter.

Der vorkommende Kehrdruck findet unter diesem seine besondere Behandlung.

Die Platten befanden sich 1923 (worauf dieser Bericht beruht) in der Münzstätte zu München und wurden dort durch einen Fettüberzug gegen äußere Einflüsse geschützt und unter strengen Verschluß gehalten.

Erwähnt zu werden verdient noch, daß sowohl der Graveur Seitz, als auch der Schriftgießer Lorenz und schließlich auch der Drucker Weiß vor Übergabe der Arbeiten am 17. September 1849 vereidigt wurden.

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Sa Nov 15, 2008 4:44 pm

D r u c k

Im Zusammenhang mit dem von den Universitätsbuchdrucker Johann Georg Weiß vorgelegten Druckproben wurde auch diesem die weitere Herstellung übergeben, der hierzu den Buchdruck wählte. Die tägliche Leistung betrug 300 halbe Bogen zu je 180 Stück.

Tätig bei der Gesamtherstellung waren 2 Drucker, 1 Gummierer, 1 Buchbinder und 2 Gehilfen, die zusammen an Lohn pro Woche 75 Gulden empfingen.

Der Druck selbst stellte sich pro Woche für 1800 halbe Bogen auf 18 Gulden 45 Kreuzer. Auf die sich während des Druckes ergebenden Druckabweichungen und Zufälligkeiten wird unter "Abarten" zu sprechen gekommen werden.

F a r b e

Läßt sich auch nicht leugnen, daß auch die schwarze Farbe in den verschiedensten Tönungen zum Ausdruck gebracht werden kann, so tritt dieselbe im vorliegenden Fall doch wohl nur in zwei Hauptstufen auf und zwar tiefschwarz und grauschwarz. Eine Erklärung dafür wird darin gesucht, daß nach Auskunft der Generalpostdirektion der Königlichen Bayerischen Posten und Telegrafen von der Ausgabe 1849/50 zehn Auflagen gedruckt worden seien, andererseits auch darin, daß nach Herstellung von 2000 Bogen neue Druckstöcke aus anderem Material notwendig waren und dieses auf die Farbenwirkung gleichfalls von Einfluß gewesen sein soll. Die erste Auflage ist in tiefschwarz gehalten, während die vom Sommer 1850 grauschwarze Färbung aufweist. Betreffs vorkommender hellgrauschwarzer Stücke, so gelten solche als Makulaturdrucke; übrigens weisen diese meist auch nur ein unvollkommen ausgeprägtes Markenbild auf.

G u m m i

Derselbe ist hinsichtlich seiner Farbe gelblich bis bräunlich, ansonsten durch das mit der Hand besorgte Auftragen vielfach sehr ungleichmäßig. Dies erklärt sich daraus, daß vielfach Beanstandungen vorkamen und das Material demgemäß so lang gewechselt wurde, bis es allen Anforderungen entsprach. Gumppenbergs Feststellungen nach sollen für 1 1/2 Ries Papier 6 Pfund reines arabisches Gummi, 1 Pfund Zucker und 12 Maß Wasser verwendet worden sein; dies innerhalb 24 Stunden aufgelöst, wurde in lauwarmen Zustande mit 6 Zoll langen und 3 Zoll breiten Ziegenhaarbürsten und die Markenbogen aufgetragen, welche auf flache Brettchenrahmen gespannt auch so wieder bis zur Trocknung verblieben Diese Arbeit wurde von einem Gummierer besorgt.

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Sa Nov 15, 2008 4:54 pm



- Abdruck -

1849, 1 Kr. schwarz, Platte 2, senkr. Paar und Einzelstück zusammen auf Briefvorderseite nach Regensburg, entwertet mit gMR "102", alle Marken voll- bis breitrandig (das Paar mit 2 mm Unterrand), übliche "bayernbrüchige" Ränder, kein Mangel! Ein prächtiger Beleg dieser beliebten Ausgabe, Fotoattest existiert von Schmitt BPP. Zuschlag auf der 2. Schlegel-Auktion bei € 3.600,--

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Zuletzt von Cophila am Fr Nov 05, 2010 10:35 am bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   So Nov 16, 2008 11:14 am



A b a r t e n

Der Kehrdruck

Die Verwendung eines Papiers ohne Seidenfaden zum Druck der 1 Kreuzer-Marke läßt die Annahme zu, daß die Ausgabe wenigstens dieses Postwertzeichens sehr beschleunigt wurde und unter diesen Umständen ist ein verkehrtes Einsetzen eines Klischees in die Platte nicht ausgeschlossen. Dies war denn auch tatsächlich der Fall. Auf der anderen Seite aber stellt es den mit dem Druck betrauten Organen das beste Zeugnis für ihre Aufmerksamkeit aus, denn die Zahl der einen Kehrdruck enthaltenden Bogen muß eine äußerst geringe gewesen sein, da die Entdeckung desselben erst 1894 durch den Londoner Sammler Robert Ehrenbach erfolgte und bislang auch nur 3 Stück davon bekannt wurden.

Das eine ungebrauchte Blockstück der Sammlung Koch-Gießen zeigte den Kehrdruck am linken Bogenrand und erzielte auf einer Versteigerung im Jahre 1908 in Paris den damals sehr hohen Preis von 1900 Francs.

Ferrari besaß einen Zwölferblock, aus dem sich die Stellung des ebenfalls am linken Rand befindlichen Kehrdruckes jedoch inbezug auf den Bogen nicht feststellen ließ und der auf der 6. Ferrari-Auktion nahezu 9000 Goldmark erbrachte.

Lediglich bei dem bekannten dritten Stück der Sammlung Elster-Berlin wird der Kehrdruck als 10. Marke am rechten Bogenrand angetroffen. Dieses seltene Vorkommen läßt den Schluß zu, daß sich aus den zusammengelöteten Formen mitunter einzelne Klischees lösten und dann verkehrt eingesetzt wurde, als solche jedoch rasch der Kontrolle auffielen und sofort ihre Richtigstellung erfuhren. Gebrauchte Kehrdrucke sind nicht bekannt.

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   So Nov 16, 2008 7:10 pm

1 Kreuzer schwarz mit Seidenfaden.

Die Verwendung zweierlei Papiersorten zum Druck einer Ausgabe schließt die Möglichkeit einer Verwechslung nicht aus, doch wird andererseits auch die Ansicht vertreten, daß diese Abart ihren Ursprung einem Versuchsdruck verdanke, schon aus dem Grunde, weil die vorkommenden gebrauchten Stücke inbezug auf Entwertung stets zweifelhaften Charakters waren. Ihr Vorkommen bleibt ungeachtet dessen aber doch Tatsache. Als Auflage wird 1 Bogen zu 90 Stück angenommen.

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Mo Nov 17, 2008 10:18 pm

Plattenfehler und Druckabarten

Daß bei der wahrscheinlich zweiten Auflage in Grauschwarz der linke Fußstrich der Hauptziffer 1 meist beschädigt gefunden wird, ist ein typischer Fehler; andererseits aber finden sich noch weitere mehr oder weniger oft vorkommende Mängel vor, z. B. FRANOO statt FRANCO, ausgefüllter oberer Teil des E in EIN, Querstriche bei I in EIN, EBANCO statt FRANCO, ein Keil am unterern Rand des rechten unteren Eckquadrates, an verschiedenen Stellen weiße Punkte und Striche.

Durch Plattenabnützung entstanden, natürlich noch manche andere Druckverschiedenheiten, wie unvollkommen ausgeprägte und verquetschte Drucke und dergleichen mehr.

Doppeldrucke kommen fast ausschließlich in grauschwarzer Farbe vor, sind schlecht ausgedruckt und nur als Makulatur anzusehen.

Ein interessanter Druck verdient hier Erwähnung und zwar ein ungebrauchtes Stück, welches in einem zweiten Druckgang verkehrt eingelegt wurde und so insofern doppelte Inschriften aufweist, als auf der linken Seite gleichzeitig EIN und KREUZER, oben BAYERN und FRANCO, rechts KREUZER und EIN und unten FRANCO und BAYERN übereinander kopfstehend zu erkennen sind.



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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Do Nov 20, 2008 1:13 pm

Auflagenhöhe u n d Restbestände

Nach Moens soll die Gesamtauflage der 1 Kreuzer-Marke 9250 Bogen zu je 90 Stück, also 852.500 Stück betragen haben. Seiner Annahme, daß hiervon 724.590 Stück verbraucht wurden, trägt die Generaldirektion der Königlichen Bayerischen Posten und Telegraphen entgegen und bezeichnete diese Menge als zu hoch.

Weiteres wurde von dieser Seite auch die Erklärung abgegeben, daß 1859 nicht die gesamten Restbestände, sondern nur die bei der Materialverwaltung und den Bezirkskassen befindlichen Vorräte vernichtet wurden, die größeren Bestände der Postämter aber erst 1862 zurückgezogen wurden und so erhalten blieben. Für die Richtigkeit dieser Angaben spricht schon der Umstand, daß zu amtlichen Tausch-, Geschenk- und Sammlungszwecken ab 1862 verschieden große Mengen abgegeben wurden, außerdem zwecks Prüfung des bis 1869 zugelassenen Umtausches dieser Marke, jedes Oberpostamt einen Bogenteil zur Verfügung gestellt bekam und schließlich auch Verkäufe an zwei Firmen in Heidelberg und Berlin erfolgten. Es muß aber sehr überraschend wirken, daß laut Kohl-Handbuch der amtliche Restbestand im Jahre 1902 nur 11 Stück betragen haben soll.
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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Do Nov 20, 2008 1:21 pm

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Sa Nov 22, 2008 7:44 pm

K u r s d a u e r

War man hinsichtlich der bestehenden Vorbilder bei der Schaffung der bayerischen Marken auch eigene Wege gegangen, so läßt sich eine Anlehnung an die schwarze Farbe der ersten England wohl doch nicht kurzweg in Abrede stellen.

Aber die Erfahrungen, die man gerade mit dieser Farbe machte, waren natürlich nicht die besten, denn sie ermöglichte bei ungenügender Stempelung eine Wiederverwendung. Das war der Anlaß, daß man sich zu einer neuen Marke in anderer Farbe entschloß, woüber folgende Verordnung erlassen wurde:

Nr. 14494.

Neue Auflage der Franko-Marken zu 1 Kr. betreffend.

Im Namen Sr. Majestät des Königs von Bayern.

Vom Oktober d. J. anfangend werden von der Regierung und Materialverwaltung der unterfertigten Stelle statt der zur Zeit in Verwendung kommenden Franko-Marken zu 1 Kr. in schwarzer Farbe, Marken dieser Gattung in hellroter Farbe von gleicher Form, wie die Marken zu 3, 6 und 9 Kr. mit durchzogenen roten Seidenfäden ausgegeben.

Bezüglich der unbeantstandeten Verwendung dieser Marken erhalten sämliche Postanstalten des Königreichs hiervon mit dem Vermerken Kenntnis, daß eine Umwechselung der bereits abgegebenen älteren Marken gegen neuere nicht stattfindet, sondern erstere noch vollends zu verbrauchen sind, so daß beide Gattungen nebeneinander gleich Gültigkeit haben.

München, den 1. Oktober 1850.

General-Verwaltung der Königlichen Posten.

Gez. v. Goeb.


Die Kurszeit der 1 Kreuzer schwarz währte jedoch nicht nur bis zum 1. Oktober 1850, sondern wurde bis zu der im Oktober 1851 erfolgten Zurückziehung neben der neuen Ausgabe im Verkehr belassen; ihre Gültigkeit erlosch mit dem 31. August 1864, doch konnte sie noch bis zum Jahre 1869 gegen kursierende Werte umgetauscht werden. Demgemäß kommen äußerst interessante Mischfrankaturen vor, wie z. B. 1 Kreuzer schwarz + 1 Kreuzer rot + 3 Kreuzer blau (ein Brief auf der Deutschen Briefmarken-Ausstellung München 1924).

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   So Nov 23, 2008 11:46 am

F ä l s c h u n g e n

Neben den eigentlichen Fälschungen können zu diesem Teil des Themas auch jene Fälle gerechnet werden, wo zwar keine Markenfälschung vorgenommen wurde, sondern der damit in Zusammenhang stehende Betrugsfall in der Weise erfolgte, daß schwachgestempelte Stücke ausgewaschen und nochmals verwendet wurden.

Vor Ganzfälschungen warnte bereits 1863 das "Magazin für Briefmarken-Sammler", denn der für sie verlangte Preis von 12 Kreuzern gab zu Bedenken Anlaß. Ihre Herstellung erfolgte statt im Buchdruck in Steindruck, der Vertrieb ging von Leipzig, Hamburg und Nürnberg aus. Der Fortschritt der Philatelie würde diese seinerzeitige Fälschung heute aber ungefährlich machen und so ist es begreiflich, daß versucht wurde, bessere Stücke zu schaffen, die schließlich auch noch vor dem Kriege aus Frankreich und Italien zu uns kamen; sie waren weit besser ausgefallen halten aber eine Untersuchung mit einem Original nicht aus.

Weiteres werden zur Fälschung auch die 1 Kreuzer rosa und 1 Kreuzer gelb verwendet, doch hat das mit Rücksicht auf den die Wertziffer tragenden Kreis immerhin seine Schwierigkeiten und Gefahrenmomente.

N e u d r u c k e

Solche wurden von der 1 Kreuzer schwarz niemals hergestellt, es sind vielmehr nur Essai-Neudrucke der Werte 6 und 9 Kreuzer in Schwarz und Hellbraun bekannt.

K a t a l o g i s i e r u n g

Bayern 1849, 1. November. Große ornamental ausgeschmückte Wertziffer 1 im quadratischen Ornamenten-Feld, umgeben von einem die Inschrift "EIN BAYERN KREUZER FRANCO" tragenden Band, welche an den vier Ecken der Marke durch kleine Quadrate unterbrochen wird, die in dem sie ausfüllenden Rautenfeld eine kleine Wertziffer 1 tragen, Randschriften und Eckziffern in leichtem Relief. Zeichnung von Peter Haseney, Stich von Franz Josef Seitz, Platten von Gustav Lorenz, Buchdruck von der Universitätsbuchdruckerei Johann Georg Weiß, Papier aus der Baron von Beckh'schen Papierfabrik in Pasing. Farbiger Druck auf anfangs schwach gelblichweißem, sptäer nahezu weißem Handpapier ohne Seidenfaden. Ungezähnt.

1 Kreuzer a tiefschwarz, A. mit Seidenfaden, b. grauschwarz, F. I. Kehrdruck

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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Mo Nov 24, 2008 7:18 pm

Texte in Anlehnung an das Heft:


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BeitragThema: Re: Bayern 1849 1 Kreuzer schwarz   Mi Nov 26, 2008 10:03 am

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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